Judith de Klimt • Guide art & décoration

Judith de Klimt : or, regard fatal et héroïne qui ne baisse pas les yeux

Plongée au cœur du chef-d'œuvre de 1901 où la Bible rencontre la Sécession viennoise, entre dorures byzantines et malaise délicieux.

Lorsque Gustav Klimt achève Judith I en 1901, il ne livre pas simplement une illustration pieuse d'un récit biblique, mais une icône moderne qui fige le temps dans un éclat d'or trouble. Conservée aujourd'hui au Belvedere de Vienne, cette toile verticale de 84 sur 42 centimètres concentre toute la tension de la décapitation d'Holopherne dans le visage impassible d'une femme qui semble avoir oublié l'épée qu'elle tient encore. Loin des batailles sanglantes peintes par Caravage ou Artemisia Gentileschi, notre héroïne ici ne court pas ; elle trône, enveloppée de motifs géométriques qui étouffent presque la narration au profit d'une présence hypnotique. Ce tableau incarne parfaitement l'esprit de la Sécession viennoise : un mélange explosif de décoratif pur et de psychologie sombre, où la beauté devient une arme plus redoutable que le fer.

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Judith I de Gustav Klimt, héroïne biblique dorée au regard frontalImage libre
J
Judith de Klimt

Judith verankert das Thema sofort: biblische Heldin, goldener Hintergrund, frontal Blick und symbolistische Spannung, die nicht um Erlaubnis fragt.

Méthode de lecture

Das Bild wie einen verzierten Tatort lesen

Um dieses Werk in vollen Zügen zu genießen, muss man sich zunächst von seiner luxuriösen Oberfläche gefangen nehmen lassen, bevor man den Schauer entdeckt, den es verbirgt. Betrachten Sie zunächst das Material, dann den Blick und schließlich die ohrenbetäubende Stille, die um den abgetrennten Kopf herrscht.

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Kontext vor Prestige

Wir setzen Judith von Klimt wieder in ihre Zeit, ihre Ateliers, ihre Ausstellungen und ihre kleinen Revolten zurück. Ein Werk ohne Kontext ist manchmal nur eine sehr schöne Person, die ihre Geschichte vergessen hat.

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Die Anzeichen, die den Stil verraten

Man erkennt sie am Hochformat, am goldenen Hintergrund, am halbgeschlossenen Blick. Diese Hinweise verraten oft mehr als große Worte, vor allem wenn sie Gold tragen oder von nervösen Pinselstrichen zeugen.

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Das Werk in einem echten Raum

Am Ende stellt sich die entscheidende Frage: Atmet dieses Bild bei Ihnen – oder posiert es nur wie ein Plakat, das zwei Bücher gelesen hat?

Contexte historique

Judith I: Ein Blick, der nichts verhehlt, Gold – und Holofernes, der hier wahrlich nichts mehr zu melden hat.

Gustav Klimt   Approaching Thunderstorm (The Large Poplar II)   Google Art Project
Gustav Klimt Approaching Thunderstorm (The Large Poplar II) Google Art Project. Wikimedia Commons, image libre. Wikimedia Commons, image libre.

Im vollen Schaffensrausch gemalt, bricht diese Version der Judith radikal mit den traditionellen Darstellungen, in denen die dramatische Handlung über allem anderen steht. Klimt wählt einen engen, beinahe ungehörigen Bildausschnitt, der den Körper der Heldin auf Hüfthöhe abschneidet und den abgeschlagenen Kopf des assyrischen Feldherrn in die untere rechte Ecke verbannt – kaum sichtbar als störendes Detail. Der Betrachter wird sofort gefangen genommen von diesem Gesicht mit halb geschlossenen Augen, das in einem Ozean aus Blattgold schwebt, aufgetragen mit der Präzision eines Goldschmieds, während die linke Hand beinahe zerstreut das Haar des Opfers streichelt. Diese vertikale Komposition erzwingt eine beunruhigende Intimität und verwandelt einen Kriegsakt in eine rein ästhetische Erfahrung, in der die Gewalt so weit ästhetisiert wird, dass sie verstörend wirkt.

Der Kontrast zwischen dem realistisch modellierten Fleisch und dem abstrakten Hintergrund erzeugt eine einzigartige visuelle Spannung, die den akademischen Konventionen der Epoche trotzt. Während die Halsmuskeln und die Transparenz des Hemdes eine greifbare körperliche Präsenz suggerieren, löst sich der Rest des Bildes in Spiralen und goldene Rechtecke auf, die an die Mosaiken von Ravenna erinnern und zugleich den Art Déco vorwegnehmen. Holofernes, von dem man nur den Scheitel des Schädels und einige dunkle Strähnen ausmacht, hat jede erzählerische Würde eingebüßt und ist zu einem bloßen texturalen Beiwerk geworden – einem dunklen Repoussoir, der die blasse Strahlkraft von Judiths Haut hervortreten lässt. Dieses bewusste Ungleichgewicht macht unmissverständlich deutlich, dass nicht der Mord das Thema ist, sondern die magnetische Kraft derjenigen, die ihn vollbracht hat.

Style artistique

Judith und Holofernes: Vor Klimt bereits eine verstörende Geschichte

Gustav Klimt   Attersee   Google Art Project
Gustav Klimt Attersee Google Art Project. Wikimedia Commons, image libre. Wikimedia Commons, image libre.

Die biblische Erzählung, die Klimt inspiriert, stammt aus dem Buch Judit, einem apokryphen Text, der schildert, wie die jüdische Witwe ihre von den Assyrern belagerte Stadt Bethulia rettet. Bewaffnet allein mit ihrer Schönheit und ihrem Mut, dringt sie in das Zelt des Feldherrn Holofernes ein, berauscht ihn bei einem privaten Gelage und durchtrennt ihm dann mit seinem eigenen Krummsäbel die Kehle, während er in tiefem Schlaf liegt. Diese Geschichte weiblicher List, die über das militärische Raubein triumphiert, hat die Künstler über Jahrhunderte hinweg fasziniert und bot eine politische Allegorie der scheinbaren Schwäche, die die tyrannische Gewalt besiegt. Wo jedoch Donatello eine edle und tugendhafte Judit formte oder Caravaggio die körperliche Anstrengung der Tat in den Vordergrund rückte, da lässt Klimt die patriotische oder moralische Dimension des Geschehens völlig außer Acht und konzentriert sich ganz auf das sinnliche Nachspiel.

In der klassischen ikonografischen Tradition wird Judith häufig von ihrer Dienerin Abra begleitet, die den Kopf in einem Sack zu transportieren hat – ein Motiv, das die weibliche Komplizenschaft und den pragmatischen Aspekt der Tat unterstreicht. Klimt eliminiert diese Nebenfigur, um seine Heldin in eine absolute Einsamkeit zu isolieren und so die Vorstellung zu verstärken, dass sie aus einem inneren Impuls heraus und nicht aus staatsbürgerlicher Pflicht handelt. Durch die Tilgung des geografischen und zeitlichen Kontexts gelingt es dem Maler, eine historische Anekdote in einen zeitlosen Archetypus der femme fatale zu verwandeln. Dabei verlagert er das Interesse des Betrachters von der göttlichen Gerechtigkeit hin zur komplexen Psychologie einer Frau, die angesichts ihrer mörderischen Tat eine ambivalente, ja geradezu erotische Genugtuung zu empfinden scheint.

Sécession viennoise

Wien um 1900: Als die Moral hustete und die Malerei seltsam lächelte

(Venice) Gustav Klimt   Giuditta II (Judith II) with original frame   Museo d'arte moderna
(Venice) Gustav Klimt Giuditta II (Judith II) with original frame Museo d'arte moderna. Wikimedia Commons, image libre. Wikimedia Commons, image libre.

Um die subversive Sprengkraft dieses Gemäldes zu verstehen, muss man die Luft Wiens um die Jahrhundertwende atmen, jener Hauptstadt, in der die österreichisch-ungarische Monarchie unter dem Gewicht erstickender gesellschaftlicher Konventionen an allen Ecken und Enden ächzte. Die Wiener Secession, 1897 von Klimt, Koloman Moser und Josef Hoffmann gegründet, suchte eben diese Ketten zu sprengen, indem sie die bildende Kunst mit den dekorativen Künsten verschmolz und die Tabus der bürgerlichen Gesellschaft auslotete. In diesem intellektuellen Klima, das von Freuds Theorien über das Unbewusste und die Sexualität befeuert wurde, wurde die Figur der Judith zum idealen Vehikel, um die männlichen Ängste angesichts der weiblichen Emanzipation und des zerstörerischen Begehrens zum Ausdruck zu bringen. Das Gemälde ist keine naive Verherrlichung, sondern ein Spiegel, der einer Gesellschaft vorgehalten wird, die mit Entsetzen entdeckt, dass die Schönheit einen furchterregenden Willen zur Macht verbergen kann.

Die Debatten jener Zeit stellten oft die Konservativen, die durch die Nacktheit und die moralische Doppelbödigkeit der Werke der Sezession schockiert waren, den Modernisten gegenüber, die in der Kunst ein Mittel sahen, die menschliche Wahrheit ungeschönt zu erkunden. Judith I, in diesem Kontext ausgestellt, fungierte als visuelles Manifest dieser neuen Freiheit und weigerte sich, die Frau als Engel oder Dämon zu kategorisieren, sondern behauptete sie als komplexe Naturkraft. Die Verwendung stilisierter floraler Motive und verschlungener organischer Formen verweist unmittelbar auf den internationalen Jugendstil, bewahrt dabei aber eine spezifisch Wiener Eigenart, die von geometrischer Strenge geprägt ist. Dieses Werk verkörpert somit vollkommen den Geist der Modernität jener Epoche: einen eleganten, aber radikalen Bruch mit der Vergangenheit, in dem die Ästhetik dazu dient, die Grundfesten der traditionellen Moral selbst zu hinterfragen.

Période dorée

Gold bei Judith: kein geschenkter Luxus, sondern ein psychologischer Scheinwerfer, der sehr teuer anzuschauen ist

(Venice) Gustav Klimt   Giuditta II (Judith II)   Museo d'arte moderna
(Venice) Gustav Klimt Giuditta II (Judith II) Museo d'arte moderna. Wikimedia Commons, image libre. Wikimedia Commons, image libre.

Der massive Einsatz von Blattgold in Judith I ist keine bloße dekorative Laune oder ein Versuch, materiellen Luxus nachzuahmen, sondern eine tief durchdachte technische und symbolische Entscheidung. Klimt lässt sich unmittelbar von den byzantinischen Mosaiken inspirieren, die er auf seinen Italienreisen bewundern konnte – insbesondere in Ravenna, wo Gold dazu diente, das Bild zu vergeistigen und das Sujet von der irdischen Wirklichkeit loszulösen. Indem er den Hintergrund und die Gewänder der Judith mit diesem kostbaren Material überzieht, verwandelt der Maler sein Modell in eine heilige Ikone – doch in eine profane Ikone, die weniger die religiöse Heiligkeit als vielmehr die erotische Macht feiert. Das Licht kommt nicht mehr aus einer natürlichen äußeren Quelle, sondern scheint von der Oberfläche des Bildes selbst auszustrahlen und erzeugt eine unwirkliche Atmosphäre, die die Heldin in ihrem eigenen goldenen Universum isoliert.

Diese metallische Textur wirkt zugleich als psychologischer Schutzschild, der den Betrachter daran hindert, zu leicht in die Intimität der Figur einzudringen, und zieht den Blick dennoch unwiderstehlich auf sich. Die Ornamente, die das Gewand schmücken – Kreise, Spiralen und eiförmige Formen – erinnern an biologische Zellen oder stilisierte Augen und suggerieren ein reiches, geheimnisvolles Innenleben. Anders als die realistischen, der Schwerkraft folgenden Draperien der Renaissance schweben diese Verzierungen um den Körper, trotzen den Gesetzen der Physik und unterstreichen so die symbolische Dimension der Szene. Das Gold wird so zur Hauptsprache des Werkes und vermittelt eine Vorstellung von innerem Reichtum, verborgener Gefahr und künstlerischer Transzendenz, die über die bloße figurative Darstellung hinausgeht.

Art & détails

Dieses Gesicht posiert nicht – es verhandelt direkt mit Ihrem Mut zum Hinsehen.

Klimt   The Kiss (detail)2
Klimt The Kiss (detail)2. Wikimedia Commons, image libre. Wikimedia Commons, image libre.

Das Gesicht der Judith ist zweifellos eines der beunruhigendsten Porträts in der Geschichte der modernen Kunst, vor allem weil es jede konventionelle Interaktion mit dem Betrachter verweigert. Ihre Augen sind zusammengekniffen, fast geschlossen, als würde sie eine intime Erinnerung oder eine intensive körperliche Empfindung auskosten, während ihr leicht geöffneter Mund einen kurzen Atemzug erahnen lässt, irgendwo zwischen dem Seufzer des Vergnügens und dem Röcheln der zurückgehaltenen Anstrengung. Dieser Ausdruck fordert weder Mitleid noch Bewunderung, er setzt eine Präsenz durch, die Unbehagen bereitet, denn man weiß nie wirklich, ob sie vor Zufriedenheit lächelt oder in Trance versunken ist. Die Haut ist mit einer milchigen Sanftheit gemalt, die in heftigem Kontrast zur Härte der soeben vollbrachten Tat steht und eine kognitive Dissonanz erzeugt, die der Betrachter nur schwer auflösen kann.

Die Vertikalität des Formats verstärkt diesen Eindruck von Dominanz, indem sie den Blick zwingt, den schlanken Hals hinaufzuwandern bis zu jenem Kinn, das mit souveräner Arroganz emporgereckt ist. In ihren Zügen zeigt sich keine Spur von Reue, kein Zögern in der Haltung ihres leicht zur Seite geneigten Kopfes – wie eine perverse Einladung. Klimt hält hier den präzisen Augenblick fest, in dem Gewalt in Ekstase übergeht und die Grenze zwischen Mord und Liebesakt verschwimmt. Dieses Gesicht erzählt keine lineare Geschichte, es projiziert einen rohen Gefühlszustand, der den Betrachter dazu zwingt, sich seinen eigenen Fantasien und Ängsten angesichts einer allmächtigen Weiblichkeit zu stellen.

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Judith oder Salome? Selbst kundige Betrachter sind manchmal auf die Vergoldung hereingefallen

Gustav klimt the large poplar tree ii coming storm
Gustav klimt the large poplar tree ii coming storm. Wikimedia Commons, image libre. Wikimedia Commons, image libre.

Die häufige Verwechslung zwischen Judith und Salome, der anderen großen Enthaupterin der Vorstellungswelt der Jahrhundertwende, ist kein Zufall, sondern resultiert aus einer bewusst gepflegten Mehrdeutigkeit durch Klimt. Salome, die dafür berühmt ist, nach ihrem Tanz der sieben Schleier den Kopf Johannes des Täufers gefordert zu haben, teilt mit Judith das Motiv der schönen und gefährlichen Frau, die eine makabere Trophäe hält – was die traditionellen ikonografischen Orientierungspunkte verwischt. Zahlreiche Kritiker jener Zeit, durch die explizite Sinnlichkeit des Bildes verwirrt, haben das Werk überdies als eine Salome identifiziert und die Inschrift »Judith und Holofernes«, die jedoch auf dem vom Künstler gezeichneten Originalrahmen zu sehen war, hochnäsig ignoriert. Dieses Missverständnis offenbart, wie sehr es Klimt gelungen ist, das Sujet vom moralischen Bereich in den Bereich des reinen Begehrens zu verschieben, wo die biblische Identität weniger zählt als der Archetyp der Femme fatale.

Indem er die spezifischen Attribute verwischt, die üblicherweise die beiden Heldinnen voneinander unterscheiden – etwa die Magd bei Judith oder das Tablett bei Salome –, schafft der Maler eine hybride Figur, die alle männlichen Ängste jener Epoche verkörpert. Der abgeschlagene Kopf wird zum Objekt erotischer Faszination statt zu einem Symbol politischer oder religiöser Befreiung. Diese Verschmelzung der Mythen verleiht dem Werk eine Resonanz mit den Themen, die den Symbolisten wie Gustave Moreau oder Franz von Stuck besonders am Herzen lagen und für die die Frau oft als raubtierhaftes Wesen galt. Klimt sucht diese Deutung nicht zu korrigieren und lässt den Zweifel bewusst bestehen, um das Mysterium und die suggestive Kraft seines Bildes zu verstärken.

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Adèle, Danaë, Hope: Bei Klimt schmücken die Frauen die Wand nicht – sie halten sie

Gustav Klimt   Hope, II   Google Art Project
Gustav Klimt Hope, II Google Art Project. Wikimedia Commons, image libre. Wikimedia Commons, image libre.

Judith I steht in einem intensiven Dialog mit den anderen großen weiblichen Figuren, die Klimt während seiner goldenen Phase malte, und bildet eine Galerie von Frauen, die den Bildraum allein durch ihre Präsenz beherrschen. Man denkt sofort an das Porträt von Adele Bloch-Bauer I, in dem die Auftraggeberin fast unter dem Ornamentschmuck verschwindet und selbst zu einer byzantinischen Ikone wird, oder an Danaë, eingehüllt in ein goldenes Tuch, das sie zu verzehren scheint, ebenso wie es sie beschützt. In jedem dieser Werke ist die Frau kein passives Objekt, das einen Innenraum verschönern soll, sondern eine aktive Kraft, die die Komposition strukturiert und ihren visuellen Rhythmus vorgibt. Die dekorativen Muster dienen nicht dazu, den Körper zu verbergen, sondern seine Macht zu verherrlichen, und schaffen eine visuelle Rüstung, die ihr Geheimnis schützt und gleichzeitig auf ihre potenzielle Gefährlichkeit hinweist.

Auch in Werken wie „L'Espoir I", in denen eine nackte schwangere Frau von Schädeln und gespenstischen Gestalten umgeben ist, findet sich dieselbe Spannung zwischen Leben, Tod und unerbittlicher Schönheit. Klimt nutzt die Ornamentik systematisch, um einen autonomen, zeitlosen Raum zu schaffen, in dem seine Heldinnen nach ihren eigenen Regeln agieren. Judith mit diesen anderen Werken zu vergleichen, ermöglicht es zu verstehen, dass die Verzierung für den Künstler eine eigenständige erzählerische Sprache darstellt, die in der Lage ist, komplexe Konzepte wie Fruchtbarkeit, Sterblichkeit oder Verführung auszudrücken, ohne auf die wörtliche Anekdote zurückzugreifen. Diese Frauen behaupten sich an der Wand nicht durch ihr physisches Gewicht, sondern durch die Intensität ihres Blicks und den Reichtum ihres symbolischen Umfelds.

Décoration intérieure

Judith von Klimt wählen: sehr schön, aber Ihr Wohnzimmer muss etwas dramatische Spannung vertragen können.

Klimt   The Kiss
Klimt The Kiss. Wikimedia Commons, image libre. Wikimedia Commons, image libre.

Die Integration einer Reproduktion von Judith I in ein zeitgenössisches Interieur erfordert einen gewissen Mut, denn dieses Gemälde ist kein neutrales Dekorationselement, das dazu bestimmt ist, eine leere Wand zu füllen. Sein vertikales und schmales Format eignet sich perfekt für Durchgangsbereiche, Eingänge oder schmale Wände zwischen zwei Fenstern, wo es wie eine leuchtende Säule wirken kann, die sofort den Blick auf sich zieht. Die Vorherrschaft der goldenen Töne verlangt eine sorgfältige Beleuchtung, idealerweise ein warmes und gerichtetes Licht, das die metallischen Details zum Schimmern bringt, ohne störende Reflexe zu erzeugen, die das Gesicht verdecken würden. Es ist entscheidend, ausreichend leeren Raum um das Werk herum zu lassen, damit es atmen kann und seine hierarchische Präsenz entfalten kann, ohne in einen visuellen Konflikt mit überladenen Möbeln oder konkurrierenden Mustern zu geraten.

Man muss auch akzeptieren, dass dieses Bild eine Note dramatischer Spannung in den Raum bringt und mit der aktuellen Suche nach absoluter Gelassenheit in der Dekoration bricht. Judith verträgt sich nicht mit einem kühlen minimalistischen Stil, doch sie kann ein allzu zurückhaltendes skandinavisches Interieur wachrütteln oder wunderbar mit edlen Materialien wie dunklem Samt, getöntem Holz oder Messing in Dialog treten. Bei der Wahl der Reproduktion sollte man einen hochauflösenden Druck bevorzugen, der die körnige Textur des Ölgemäldes und den vielfältigen Schimmer der Goldblätter wiederzugeben vermag, denn eine flache Kopie würde die gesamte optische Magie des Originals verlieren. In Augenhöhe aufgehängt, wird sie zu einem kraftvollen Blickfang, der die Gäste einlädt, innezuhalten und diesen Blick zu entschlüsseln, der durch die Zeit hindurchgeht.

Pièce Suggestion Effet décoratif
Salon Une oeuvre liée à Judith de Klimt avec une composition forte Point focal cultivé, chaleureux et facile à commenter sans réciter un cartel.
Chambre Une palette douce ou une scène plus intime Atmosphère calme, présence visuelle sans agitation inutile.
Bureau Une image structurée, colorée ou graphiquement nette Énergie créative et petit rappel que le mur peut aussi travailler.
Entrée Un format vertical ou une oeuvre immédiatement lisible Première impression claire, élégante, et nettement moins timide qu'un vide blanc.
Conseil déco : choisissez une oeuvre pour son atmosphère avant de la choisir pour son nom. Un mur se souvient surtout de la présence visuelle.

Pour continuer la visite

Quellen, Sammlungen und Pfade, die wirklich zum Thema gehören

Ein paar nützliche Quellen zum Überprüfen der Angaben, Vergleichen freier Bilder und Weiterschmökern – ganz ohne einem Museum einen ungebetenen Besuch abzustatten.

FAQ

Häufig gestellte Fragen zu Judith von Klimt

Was ist Klimts Judith in der Malerei?

Judith I von Gustav Klimt verdichtet eine gewalttätige biblische Erzählung, die symbolistische Sinnlichkeit und das Gold der Wiener Secession zu einem vertikalen Porträt, in dem Judiths Blick mehr Raum einnimmt als die Handlung selbst.

Wie erkennt man diesen Stil schnell?

Achten Sie besonders auf das vertikale Format, den goldenen Hintergrund, den halbgeschlossenen Blick, den leicht geöffneten Mund und den Kopf des Holofernes – und dann darauf, wie die Komposition den Blick lenkt. Wenn das Werk Sie länger fesselt als erwartet, ist das wahrscheinlich kein Zufall.

Welche Künstler sollte man kennen?

Die wichtigsten Bezugspunkte sind Gustav Klimt, Josef Hoffmann, Koloman Moser, Franz von Stuck und Gustave Moreau.

Eignet sich dieser Stil für eine moderne Einrichtung?

Ja, vorausgesetzt, man wählt das richtige Format, eine zum Raum passende Farbpalette und ein Werk, dessen Präsenz im Alltag angenehm bleibt.

Sollte man das bekannteste Werk wählen?

Nicht unbedingt. Das bekannteste Werk kann durchaus perfekt sein, doch die richtige Wahl hängt vor allem vom Raum, vom Format, von der Farbpalette und der gewünschten Atmosphäre ab.

Wo kann man die Informationen überprüfen?

Beginnen Sie mit Museumseinträgen, Wikipedia/Wikidata für die allgemeine Orientierung und anschließend Wikimedia Commons, wenn ein lizenzfreies Bild benötigt wird.

Eine Ikone, die die Jahrhunderte überdauert, ohne zu altern

Klimts Judith bleibt, mehr als ein Jahrhundert nach ihrer Entstehung, ein faszinierendes Werk, das auch heute noch jene provoziert und in seinen Bann zieht, die es wagen, ihrem Blick zu begegnen. Sie vereint für sich allein die Genialität der Wiener Secession: jene einzigartige Fähigkeit, Ornament in Emotion zu verwandeln und die alte Erzählung in eine moderne Fragestellung zu überführen. Ob man darin eine Feier der weiblichen Macht, eine Warnung vor den Gefahren der Begierde oder schlicht ein Meisterwerk chromatischer Komposition erblickt – dieses Gemälde gebietet Respekt durch seine formale Vollendung und sein unergründliches Geheimnis. Es erinnert uns daran, dass große Kunst nicht beabsichtigt zu beruhigen, sondern unsere Gewissheiten mit höchster Eleganz zu erschüttern und eine unauslöschliche goldene Spur in unserem kollektiven Imaginären zu hinterlassen.

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